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EU Sammelziele für Elektroschrott

Am 1. April 2019 fand auf Einladung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) das Fachgespräch „Wie schafft Deutschland EU-Sammelziele für Elektroschrott“ in Berlin statt. Eine der Kernforderungen der DUH ist die Ausweitung der Sammelstellen im Handel.

Den größten Anteil an der Diskussion mit ca. 50 Teilnehmern nahm die Frage nach der Erreichung der EU-Sammelziele für alte Elektrogeräte ein. Neben Maßnahmen für eine optimierte Meldung der erfassten Mengen, wurden die folgenden Maßnahmen zur Steigerung der Sammelmengen diskutiert:

1. Information der Abfallbesitzer verbessern
         a. Konkretisierung der Informationspflichten für Händler und Hersteller im ElektroG, sodass Kunden beim Kauf über ihre
             Rückgabemöglichkeiten informiert werden
         b. Einstufung von Verstößen der Informationspflicht als bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit
         c. Durchführung übergreifender Informationskampagnen, z. B. von den Herstellern finanziert

2. Verbesserung der Rückgabemöglichkeiten
        a. Mehr Service an kommunalen Sammelstellen, etwa durch erweiterte Öffnungszeiten, mehr Standorte, bessere Informationen sowie
            Unterstützung durch das Personal
        b. Erweiterung der Rückgabemöglichkeiten im Handel, etwa durch Umsetzung der 1:1 Rücknahme wie in der WEEE2-Richtlinie vorgegeben,
            Erweiterung von 25 auf 50 cm sowie Festlegung der Gesamtverkaufsfläche anstatt der Verkaufsfläche für Elektrogeräte als Kriterium für
            die 0:1 Rücknahme, Stärkung stationärer Rückgabemöglichkeiten
        c. Vereinfachung der Mengenmeldungen bei der stiftung ear für Händler, gewerbliche Abfallbesitzer und Eigenrücknahmen der Hersteller

3.  Stärkung des Vollzugs
        a.  Auf allen Ebenen, etwa Metallverwertern, Händlern, Exporteuren sowie korrekter Getrennterfassung
        b.  Etwa durch unangekündigte Besuche der Behörden
        c.  Durch Unterteilung der Exportstatistiken in neue und gebrauchte Geräte

4.  Zuweisung konkreter Verantwortlichkeiten
       a.   Etwa der Hersteller, bzw. der Rücknahmesysteme
       b.   Etwa durch Zuweisung konkreter Sammelziele oder Veröffentlichung der Sammelmengen

5.  Finanzielle Anreize zur Rückgabe
      a.    Etwa durch ein Pfandsystem, v.a. für besonders umweltrelevante Geräte, wie beispielsweise Smartphones und Laptops

Quelle: DUH

Eine aktuelle Auswertung von Rücknahmetests im Handel durch die DUH kann auf folgender Webseite abgerufen werden:
https://www.duh.de/projekte/elektro-rueckgabe/

 

Fazit hpm: Wie bereits in 2017 war die Veranstaltung gut besucht. Im Vergleich zum Handel waren die Hersteller kaum vertreten. Insbesondere die Einführung von Pfandsystemen und die Ausweitung der Rückgabemöglichkeiten bei den Supermarktketten wie z. B. Aldi und Lidl sehen wir eher kritisch. Die Systemkosten steigen, EAG und Lithiumbatterien werden neben Lebensmitteln gelagert und zu einem nicht kalkulierbaren Risiko. Positive Auswirkungen auf die Sammelmengen sind kaum zu erwarten. Daher werden wir in diesem Punkt ein entsprechendes Statement an die betroffenen Stellen abgeben.

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